Meldungen aus dem Landesverband Berlin

Das Workcamp 2021 in Berlin

Zwei aufregende Wochen Workcamp in Berlin liegen nun hinter uns. Zwei Wochen, in denen neue Freundschaften geschlossen wurden, sich inhaltlich mit der NS-Zeit und deren Folgen beschäftigt wurde und in denen man die Gelegenheit hatte die Geschichte und Kulturen der Länder der anderen Teilnehmenden kennenzulernen.

Die fünfzehn Teilnehmenden des diesjährigen Workcamps in Berlin, das unter dem Thema „Berlin International – if places could speak“ stand, beschäftigten sich inhaltlich in verschiedenen Workshops und Führungen mit der Zeit von 1933 bis 1945 und dem Ausmaß der Folgen der NS-Herrschaft. Zusätzlich arbeiteten sie an vier Tagen auf der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof „In den Kisseln“, welche eine der größten Kriegsgräberstätten in Berlin ist. In 17 Abteilungen sind dort 7.599 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft begraben. Auf einem Gräberfeld mit Opfern des Ersten Weltkrieges pflegten und säuberten sie die Grabsteine, das Ehrenmal sowie die Wege und beschäftigten sich mit den Schicksalen der dort begrabenen Menschen. Auf diesem Gräberfeld sind 258 Soldaten begraben, die größtenteils in Berliner Lazaretten verstorben sind.

Passend zu dem Thema „If places could speak“ hatten die Teilnehmenden auch eine Stadtführung Berlins der Stiftung Denkmal zu dem Thema „Berlin als Erinnerungslandschaft“, bei der sie verschiedene Denkmäler in Berlin besuchten. Während der Stadtführung haben sie sich mit den Fragen auseinandergesetzt: „Wem wird gedacht, wem nicht? Wie sind die Denkmäler gestaltet? Welchen Stellenwert hat die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen noch heute?“

Neben den Workshops und Führungen in Berlin haben sich die Teilnehmenden aber auch mit der Geschichte und Vergangenheit rund um Potsdam beschäftigt. So haben sie zum Bespiel bei der Ausstellung „Bruchstücke 45“ vielseitige Einblicke in die Geschehnisse der NS-Zeit in Brandenburg bekommen. Bei der Ausstellung im Schloss Cecilienhof haben sie einen realen Eindruck bekommen, wie die Potsdamer Konferenz 1945 dort abgelaufen ist, die einen Grundstein für die Neuordnung der Welt setzte. Zudem hatten die Teilnehmenden auch eine Führung in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Ravensbrück, das zu NS-Zeiten das größte Konzentrationslager für Frauen war.

Neben all den ernsten Themen, mit denen sich die Teilnehmenden in den zwei Wochen beschäftigt und auseinandergesetzt haben, hatten sie ebenfalls die Möglichkeit sich untereinander bei Aktivitäten in ihrer Freizeit wie Kanufahren, einem Badeausflug oder bei der Erkundung der Städte Berlin und Potsdam besser kennenzulernen. Zudem haben sie beim Länderabend mehr über die Geschichte, Kulturen, Musik und Tänze der Länder der anderen Teilnehmenden erfahren.

Den Abschluss des Workcamps bildete die Gedenkfeier, bei der die Teilnehmenden zusammen mit den erschienenen Gästen all den Menschen gedachten, die Krieg und Gewaltherrschaft zum Opfer gefallen sind. Die Zeremonie fand auf dem Gräberfeld statt, das die Gruppe während des Workcamps gepflegt hatte. Zu den Gästen gehörten unter anderen Frau Kröner, die stellvertretende Vorsitzende des Volksbund-Landesverbandes Berlin, Brigadegeneral Holger Neumann vom Kommando Luftwaffe an der General-Steinhoff-Kaserne, Stefan Pasch, der im Bezirksamt Spandau für Grünflächen und Friedhöfe verantwortlich ist und Csaba Schultheisz, Leitender Konsul der Ungarischen Botschaft in Berlin. Neben Reden wurde ein Gedicht über Frieden vorgetragen und die Gruppe sang „Wind of Change“ von den „Scorpions“ und „To Be Human“ von „Marina“, das zusätzlich von einem Teilnehmer auf der Gitarre begleitet wurde. Anschließend trug die Gruppe das Totengedenken in allen vier Sprachen, die im Camp vertreten waren, vor, gefolgt von einer Schweigeminute mit anschließender Kranzniederlegung. Zum Abschluss teilte jeder Teilnehmende einen Satz, was Frieden für ihn bedeutet.

In der Rede, die die Teilnehmenden bei der Gedenkveranstaltung vorgetragen haben, haben sie nochmal mitgeteilt, was sie in diesen zwei Wochen erlebt haben und wie sie jetzt rückblickend auf diese Zeit gucken. Dazu sagte einer von ihnen: „Im Namen aller Teilnehmer sind wir der festen Überzeugung, dass diese Erfahrung uns wirklich zum Besseren verändert hat. Sie hat uns für unsere Vergangenheit und unser heutiges Umfeld sensibilisiert. Sie hat unsere Welt im Allgemeinen enger zusammengeschweißt, durch mehr Kommunikation und durch eine offene, fürsorgliche und internationale Atmosphäre. […] Wir sind dankbar für die Gelegenheit neue Freundschaften zu schließen und unser Interesse daran zu wecken, mehr über die Vergangenheit zu erfahren und das gesamte Bild und Ausmaß des Krieges zu bewahren und zu verstehen.“

Abschließend lässt sich also sagen, dass diese zwei Wochen auch im Nachhinein noch Wirkung auf die Teilnehmenden haben und diese Zeit sie geprägt und zum Nachdenken gebracht hat.

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