Meldungen aus dem Landesverband Berlin

Rückblick auf unsere Veranstaltung zum Volkstrauertag 2020 des Landesverbandes Berlin

Gedenken in Plötzensee digital und Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche statt Domkonzert

Normalerweise hätte das Wochenende am Volkstrauertag ganz anders ausgesehen. Normalerweise hätten wir uns am Samstag zu unserer Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Plötzensee gesehen, um an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern. Normalerweise hätten wir am Sonntag gemeinsam im Berliner Dom dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr andächtig gelauscht.
Doch in diesem Jahr ist alles anders. Aufgrund von Corona-Maßnahmen und geltenden Regeln konnten unsere Veranstaltungen leider nicht vor Ort stattfinden.

Aber wir haben aus der Not eine Tugend gemacht: Seit Samstag, den 14. November 2020 12:00 Uhr, ist das Gedenkvideo unseres Jugendarbeitskreises (JAK) zur virtuellen Gedenkveranstaltung in Plötzensee auf YouTube zu sehen.

Sie haben es noch nicht gesehen, dann wird es aber Zeit!

In Begleitung der Musik des Künstlerduos Mona Mur und Gerhard A. Schiewe, erfährt man mehr über die Geschichte des Jugendarbeitskreises Berlin, den Volksbund sowie den Volkstrauertag. Inhaltlicher Schwerpunkt des Gedenkvideos ist der Umgang mit Rassismus, Kolonialismus und Ausgrenzung. Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses und Schirmherr des Landesverbandes Berlin, ist ebenso dabei wie der Landesvorsitzende Dr. Fritz Felgentreu, MdB. Cornelius L., Sprecher des Jugendarbeitskreises Berlin, findet in seiner Rede ergreifende und nachdenkliche Worte: „Frage nicht: ‚Wo kommst du eigentlich her?‘ Antworte nicht: ‚Du sprichst aber gut deutsch! ‘Spreche nicht ‚von denen, von den anderen‘; spreche von ‚wir, von uns allen, gemeinsam‘… Wollen wir nicht alle unsere Gesellschaft auf der Grundlage von Menschenrechten denken und gestalten?“

Sophie E., langjähriges Mitglied im JAK, trägt mit „Trauer ist und gemeinsam“ wieder ein sehr bewegendes, von ihr selbst geschriebenes Gedicht  vor – fast schon eine Tradition bei dieser Gedenkveranstaltung.

Auch das Totengedenken ist ein wichtiger Bestandteil und wird in diesem Jahr in vielen verschiedenen Sprachen vorgetragen. Es regt zum Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt an. Den Abschluss des Gedenkfilms bilden die zahlreichen und international eingesendeten Fotografien mit Gedenkwidmungen. Durch diese Einsendungen entsteht eine ergreifende Botschaft des Erinnerns und des Gedenkens, welche die Veranstaltung in einem würdigen Rahmen abrundet. Anders als in den früheren Jahren ist durch das virtuelle Gedenken auch eine spätere Teilnahme möglich.

 

 

Am Sonntag, den 15. November 2020, fand in der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V ein Gedenkgottesdienst anlässlich des Volkstrauertages statt. Anstatt eines imposanten Konzerts im Berliner Dom, wie in den letzten Jahren, gab es eine Gedenkstunde mit Mitgliedern des Volksbundes, der Gemeinde der Gedächtniskirche sowie Vertretern des Familienunternehmens Würth, pandemiebedingt in einem deutlich kleineren Rahmen. Die Firma Würth spendete anlässlich des diesjährigen Volkstrauertages, der im Zeichen deutsch-britischer Aussöhnung und Freundschaft stand,  einen stählernen Kranz voller blauer Vergissmeinnicht und roter Klatschmohnblüten aus Metall – den jeweiligen Symbolen für die Kriegstoten in beiden Ländern. Die metallischen Blumen können nie verblühen und sind somit ein Zeichen der Ewigkeit und des nie Vergessens der einstigen Gewalt und des Krieges. Zu sehen ist der Kranz noch bis Mitte Dezember in der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz.

 

Pfarrerin Kathrin Oxen führte ab 10:00 Uhr durch den Gottesdienst, der neben der Lesung unter anderem ihre berührende Predigt enthielt. 2020 jährte sich zum achtzigsten Mal die Bombardierung der englischen Stadt Coventry, hierzu sandte der dortige Domprobst John Witcombe eine Videobotschaft, da er aufgrund der aktuellen Situation leider nicht persönlich anwesend sein konnte. In der Ruine in der Kathedrale stehend, erinnerte er daran, was der damalige Domprobst Richard Howard unmittelbar nach dem deutschen Bombenangriff auf den Tag genau 80 Jahre zuvor gesagt hatte: „Father forgive“ (Vater vergib). Aus dem Akt der Zerstörung wurde hier durch die Gnade Gottes der Beginn einer großen Bewegung der Versöhnung.“ Gefolgt wurden diese Worte von dem Versöhnungsgebet aus Coventry, welches die langjährige deutsch-britische Freundschaft wiederspiegelt. Dr. Fritz Felgentreu sprach für den Volksbund Worte des Gedenkens und der Besinnung und Lea Jankowski verlas das Totengedenken, gefolgt von der Schweigeminute.  Der gesamte Gottesdienst wurde vom Blechbläserquintett des Stabsmusikkorps der Bundeswehr (Besetzungsleiter: Hauptfeldwebel Andreas Scholz) und dem Organisten Jonas Sandmeier würdevoll begleitet. Mehreren hundert Mitgliedern und Unterstützern des Volksbundes musste die Anmeldung zum Gedenkgottesdienst leider aufgrund der pandemiebedingt stark reduzierten Teilnehmerzahl abgesagt werden. Wir bedauern dies sehr und hoffen, im kommenden Jahr den Volkstrauertag wieder im größeren Kreis begehen zu können.

 

 

 

So waren unsere Veranstaltungen zum Volkstrauertag 2020 vom Landesverband Berlin

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