Norwegen im Zweiten Weltkrieg – vergessene Geschichte?
Unsere Veranstaltungsreihe “Erinnerungskulturen im Gespräch” führt Sie diesmal nach Norwegen:
Die Bevölkerung Norwegens galt für die nationalsozialistische Führung als „Brudervolk“ und Norwegen als Land, das im Zweiten Weltkrieg aufgrund des Kriegsgeschehens „zum eigenen Schutz“ durch die Wehrmacht besetzt werden musste. Insofern wurde die Wehrmacht von der anfänglichen, zum Teil heftigen Gegenwehr der Norweger sehr überrascht. Auch die folgende Besatzungszeit verlief insgesamt anders als die NS-Propaganda es im Vorhinein glauben machen wollte. Am Ende stand die systematische Vernichtung zahlreicher Ortschaften.
Anhand der drei Themen Besatzung, Kriegskinder und heutige Erinnerung wollen wir dem nachgehen. Der Historiker Andreas Eliassen Grini wird in seinem Impuls die deutsche Besatzung in Norwegen skizzieren.
„Kriegskinder“ waren und sind bis heute ein schwieriges Erbe dieser Zeit, wie die Historikerin Sarah Rehberg in ihrem Impuls erläutern wird.
Wie verlief die gesellschaftliche und juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Kollaboration in Norwegen nach Kriegsende? Gab es dabei unterschiedliche Positionen/Phasen des Verschweigens innerhalb der norwegischen Gesellschaft?
Viele finden, dass die Erinnerung an das damalige Geschehen in Norwegen heute in beiden Ländern sehr unterschiedlich ist. Stimmt es, dass nur wenige in Deutschland von der hinterlassenen „verbrannten Erde“ wissen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen deutscher und norwegischer Erinnerungskultur? Wie haben sich diese Erinnerungskulturen in den beiden Ländern im Laufe der Zeit verändert?
Diese und andere Fragen diskutieren auf dem Podium:
- Randi Crott, Journalistin und Autorin des Buches: „Erzähl es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern“,
- Andreas Eliassen Grini, Historiker und Doktorand an der Universität Trondheim in Norwegen,
- Sarah Rehberg, Historikerin und Pädagogische Mitarbeiterin der Stiftung Topographie des Terrors und Autorin mehrerer Beiträge im Buch „Born of War – Vom Krieg geboren“.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Erinnerungskulturen im Gespräch“, in der der Volksbund erinnerungskulturelle Unterschiede oder Gemeinsamkeiten vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen beleuchtet und diskutiert, was diese heute für Fragen von Krieg und Frieden, Demokratie und Teilhabe sowie für die europäische Verständigung bedeuten.
Programm
17:30 Uhr Einlass
18:00 Uhr Eröffnung und Grußworte
I.E. Laila Stenseng, Norwegische Botschafterin in Deutschland
Dirk Backen, Generalsekretär,Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
18:15 Uhr Impulse
Andreas Eliassen Grini, Universität Trondheim
Sarah Rehberg, Stiftung Topographie des Terrors
Diskussionsrunde, Moderation: Thomas Rey, M.A., Hauptstadtbüro Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
anschließend kleiner Empfang
Die Veranstaltung ist bereits AUSGEBUCHT - vielen Dank für Ihr großes Interesse!
Norwegen im Zweiten Weltkrieg – vergessene Geschichte? Besatzung, Kriegskinder und heutige Erinnerung
Mittwoch, der 15. April 2026 um 18:00 Uhr
Nordische Botschaften
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Anreise mit ÖPNV: Bus 100/106/187/200 Nordische Botschaften/Konrad-Adenauer-Stiftung
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.