Meldungen aus dem Landesverband Berlin

Volkstrauertag 2021

Veranstaltungen im Landesverband Berlin

Foto: Bayer

Gedenkveranstaltung Plötzsensee

Andächtige Stille. Die Gedenkstätte Plötzensee ist gefüllt mit vielen Menschen unterschiedlichster Altersklassen. Einige sind Schüler:innen, junge Erwachsene, einige sind älter, einige tragen Uniformen, viele tragen schwarz. 

Am Sonnabend vor Volkstrauertag, den 13. November 2021, fand die Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung in Plötzensee das erste Mal wieder in Präsenz statt.

Der stellvertretende Sprecher des JAK, Jonathan Hilker, führte die Gäste durch das Programm, welches musikalisch von Wolfgang Pfau an der Geige und Ikumi Masubuchi am Klavier begleitet wurde. Als Auftakt der Veranstaltung begrüßte Dr. Fritz Felgentreu als Vorsitzender des Landesverbandes alle Besucher:innen. Anschließend hielt JAK-Sprecher Cornelius Lübke eine Rede, bei der er einen besonderen Fokus auf den sich zum 80. Mal jährenden „Balkanfeldzug“ legte. Beweggrund seiner Rede war eine bi-nationale Jugendbegegnung in Thessaloniki. Diese öffnete Cornelius die Augen für einen Teil der Geschichte, welche im Unterricht an deutschen Schulen gar nicht vermittelt werde. Er erfuhr von viel Leid, Brutalität und Willkür, über die endlich aufgeklärt werden müsse. 14 Opfer aus dem ehemaligen Jugoslawien wurden in Pötzensee hingerichtet. Cornelius pochte auf die Zerbrechlichkeit des Friedens und die enorme Wichtigkeit von Begegnungen als Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernens, sodass dieser Frieden auch in Zukunft bestehen kann. 

Auch Tony Weniger hielt als JAK-Ehrenmitglied eine Rede. Er richtete sich vor allem an die Generationen, die keinen direkten Bezug zum Krieg und das Privileg haben, ohne die grausamen Erfahrungen aufzuwachsen, die unsere Vorfahren machen mussten. Er lenkte den Blick auch auf andere Länder Europas und der Welt, wo eine Kindheit wie unsere keine Selbstverständlichkeit ist. Er appellierte nachdrücklich an die Verantwortung, die jeder Einzelne trägt, dafür zu sorgen, dass respektvoller, toleranter Umgang miteinander gelebt wird, sodass Vorurteile abgebaut und Brücken zwischen den Menschen gebaut werden können. Dabei sei es auch unsere Pflicht, die Erinnerungen an die Vergangenheit wachzuhalten, sodass nachfolgende Generationen nicht die gleichen leidvollen Erfahrungen machen müssen, wie vorangegangene. 

Schüler:innen der Gerhard- Hauptmann Schule waren ebenfalls an verschiedenen Stellen im Programm involviert, sowohl mit dem eindrucksvollen Gedichtbeitrag „Du darfst das nicht vergessen“, verfasst von Pia Knappheide und dem Sprechen des Totengedenkens, als auch als Kranzträger:innen nach der kollektiven Schweigeminute.

Der LV Berlin bedankt sich bei allen Mitwirkenden für die Unterstützung! 

Gedenkgottesdienst in der Kaiser Wilhem Gedächtniskirche

Am Volkstrauertag, den 14. November 2021, fand ab 10 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz ein Gedenkgottesdienst statt. In der Kirche gab es Musik vom Generalstabsorchester der Bundeswehr und nachdem Dr. Fritz Felgentreu eröffnende Worte an die Besucher:innen gerichtet hatte, hielt Pfarrerin Oxen eine bewegende Predigt, die den Zuhörenden lange im Gedächtnis bleiben wird. 

Pfarrerin Oxen erzählte die Geschichte des jungen Zwangsarbeiters Alwin aus Polen, der öffentlich hingerichtet wurde, nachdem er beim Klauen eines Glases Marmelade erwischt worden war. Der Wehrmachtssoldat Heinrich Hoffmann verstand sein Leben lang nicht, warum niemand diesen Mord verhindert hatte, und ihn auch nach Kriegsende nicht als ungerecht wahrnahm. Als er schließlich aus dem Krieg zurückkehrte, pflegte er das Grab des Jungen bis er selbst starb und neben Alwin begraben wurde. Beide Gräber befinden sich nun auf einem Friedhof in Mecklenburg. 

Mit dieser wahren Begebenheit unterstrich die Pfarrerin, wie wichtig es ist, Dinge und Entscheidungen zu hinterfragen, die willkürlich getroffen werden, egal ob jemand anderes sich auch dagegen ausspricht oder nicht, und ebenfalls, wie wichtig es ist, Erinnerungen an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aufrechtzuerhalten. Ein Weg dazu sei es, die Gräber der Verstorbenen zu pflegen, sie in Würde zu halten, und die Geschichten der Toten zu erzählen. In diesem Zusammenhang stellte sie die Aufgabenbereiche des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. vor und erklärte die Bedeutung des Volkstrauertages. 

Für diese würdige und besondere Veranstaltung zum Volkstrauertag bedankt sich der Landesverband Berlin. 

Text: Johanna Greeske

Gedächtniskirche

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